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Behringer UB1622FX-PRO (Deutschland, 2003)
Viel Mixer für kleinen Euro
Reviewer: Rainer
Website: http://www.behringer.com/02_products/prodindex_ub.cfm
Typ: Mischpult
Preis: 222,-- Euro (Neu)
Specials: Eingebautes Effektgerät
Fazit:

Es fing damit an, dass ich die Faxen dicke hatte immer auf PAs anderer Leute angewiesen zu sein. Und so sollte nach und nach im neuen Proberaum eine kleine eigene PA entstehen. Anschaffung #1 war ein Mixer, der in einer 8-Kanal-Version als vorerst ausreichend qualifiziert wurde. Das Angebot von Thomann war verlockend, allzumal dieser Behringer-Mischer neben einem günstigen Preis auch noch ein kleines eingebautes Effektgerät bot. Zwei Tage nach der Order stand der Karton vor der Tür. Es könnte passieren, dass er es nicht bis in den Proberaum schafft.

Technische Details spare ich mir, die kann man bei Behringer auf der WebSite nachlesen, also nur die wichtigen Kennwerte:

  • Vier Mono Mic/Line-Eingänge (XLR/Klinke, symm. + asymm.) mit 3-Band-EQ (parametrische Mitten-Regelung),
    PAN, Gain, AUX-1 und AUX-2-FX
  • Vier Stereo-Line-Eingänge (symm.) mit 4-Band-EQ (Mid-Lo, Mid-Hi), +4/-10dB umschaltbar
  • Zwei AUX-Busse, einer belegt für eingebautes Effektgerät (kann ausgekoppelt werden)
  • Ein SUB-Bus, Solo-Bus, PFL
  • Kopfhörer-Ausgang, Tape-In/-Out (in und aus Main Mix)
  • Phantom-Power
  • Eingebautes Netzteil

Das Gerät kommt in einem Metallgehäuse daher, nicht gerade leicht, aber sehr stabil. Kein Steckernetzteil, sondern ein eingebautes Netzteil mit Kaltgeräte-Kabel. Rack-Winkel liegen bei, ebenso neben der Bedienungsanleitung ein Blockschaltbild zum besseren Verständnis für Einsteiger. Zusammen mit den gut laufenden Fadern, den festen und stabilen Tasten und Drehreglern macht das Gerät einen wirklich guten Eindruck, also nicht nur für den heimischen Schreibtisch, sondern auch für den praktischen Einsatz im Proberaum und auf der Bühne geeignet. Mechanisch ist das wirklich alles top.

Testaufbau entstand mit meinem PC. Soundkarten-Out geht in den LINE-1-Kanal, Soundkarten-In bekommt den SUB-Kanal-OUT (alle Eingänge können auf alle Ausgänge geroutet werden, MAIN, CONTROL/PHONES, SUB). Instrument geht in den MIC-1. Somit geht Playback vom PC-Multitracker in den MAIN-MIX, das Instrument in den SUB. Der CONTROL ROOM/MONITOR bekommt MAIN MIX + SUB zum Abhören. Eine super Recording Lösung. Hätte ich eine Recording-Karte mit mehreren analogen Ausgängen, könnte ich die auf die acht MIC/LINE- und LINE-Kanäle legen und den kompletten Mix am Pult machen, statt im GUI des PCs. Da kommt das Gefühl auf, man hätte einen Harddisk-Recorder vor sich. Spaßfaktor: hoch.

Zur Qualität des Signals: die MIC/LINE- als auch die LINE-Kanäle überzeugen durch kaum wahrnehmbares Rauschen bei allem Hochgezogenen, was da ist. In 'normalen' Bereichen ist da nix mit Rauschen, alles totenstill. Das hat mich überrascht, hatte ich doch schon vernommen, die Behringer-Mixer seien alles andere als rauscharm. Das kann ich nicht bestätigen, die Soundqualität, auch die des Kopfhörer-Ausganges, ist einwandfrei. Auch sind alle Möglichkeiten, die man so als Amateur braucht, reichlich vorhanden, Routing, EQs, SOLO/MUTE/PFL. Da gibt es nix zu meckern.

Nun ein Wermutstropfen. Das integrierte Effekt-Gerät ist eine abgestrippte Version des Virtualizers, bietet 99 Factory-Presets, keine User-Presets. Eingang des FX ist AUX-SEND-2. Parameter können nicht verändert werden, alles ist fix. Und: das Teil rauscht nicht gerade wenig. Zwar reicht es nicht zum Urteil unbrauchbar, aber für Home-Recording kann das Effektgerät kein SX-700 oder MidiVerb ersetzen. Die Presets reichen von Paralleleffekten wie Reverb, Delay, Chorus, Phaser plus Kombinationen wie Reverb+Chorus bis hin zu Insert-Effekten wie Maximizer, Röhrenamp-Simulationen und BassMaximizer. Auch ein Testton ist vorhanden. Die Effekte selbst sind praktisch recht brauchbar und nett abgestimmt. Lediglich rauscht es halt bei hohem Effekt-Anteil, für die Bühne oder den Proberaum ist es aber akzeptabel, so mit ein wenig Reverb für Gesang oder E-Piano. Belegt man den AUX-SEND-2, wird das interne Effektgerät abgeschaltet und man kann über den AUX-RETURN-2 ein externes Effektgerät in den AUX-2 legen. Problem behoben, Bedienung bleibt gleich. Ob man den FX aber bei 222,--€ Preis tatsächlich ernsthaft anmeckert, sei dahin gestellt.

Für 222,--€ ist das Pultchen ein sehr gutes Angebot. Für den Proberaum allemal ausreichend, für das Blues-Trio so wie so. Aber auch zu Hause ist so ein Pult eine prima Sache beim Homerecording, es ist ein ganz anderes Arbeiten als mit dem reinen PC, schon wegen der Routing-Möglichkeiten und der echten Fader und Regler. Leichter Punktabzug wegen des beschränkten und rauschenden Effektsystems. Ansonsten gut gemacht, Ulli :-))

Bewertung:
Stabilität/Zuverlässigkeit:9 / 10
Sound/Wiedergabe:8 / 10
Bedienbarkeit/Features:9 / 10
Preis/Leistung:10 / 10

GESAMT:9 / 10
 
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