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| Yamaha DG-1000
(Japan ?, 1999) |
| Wenn bits und
bytes "röhren"... |
| Reviewer: |
Winni |
| Website: |
http://www.yamaha.com/cgi-win/webcgi.exe/DsplyModel/?gGUA00004DG1000 |
| Typ: |
Röhren-Vorstufe (Rack) |
| Speaker: |
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| Kanäle: |
mehr |
| Preis: |
800 DM (Neu) |
| Eingänge: |
1 Instrument in, Midi in |
| Ausgänge: |
1 Line out, Midi out |
| Effect-Loop: |
Keine |
| Klangregelung: |
Treble, High mid, low mid, bass, presence |
| Fazit: |
Erstmal
ein paar Worte um was es sich beim DG-1000 handelt. Oben habe ich
zwar Röhren Vorstufe angegeben, weil die Kategorie am besten passte,
in Wirklichkeit handelt es sich aber um eine 19"-Vorstufe, die rein
digital arbeitet und den Klang von Röhren nur simuliert (ähnlich
wie die Line6-POD Teile).
Wie das Teil aussieht kann man ja schön auf der Yamaha-Website die
oben verlinkt ist sehen: Sicherlich nicht jedermanns Geschmack,
aber es kommt ja wohl bei Amps auch hauptsächlich auf den Klang
an und nicht auf die Farbe (mir gefällts aber).
Und vom Klang kann ich nur schwärmen! Wenn man nicht reingeschaut
hätte, würde man nicht glauben dass da keine Röhren drinstecken.
Es gibt acht verschiedene Ampsimulationen, die zwar nicht nach irgendwelchen
bekannten Amps benannt sind, aber alle ein sehr typisches Klangbild
haben.
So erstmal zu den Regelmöglichkeiten:
Es gibt sozusagen zwei Reglertypen: Die Pegelanpassung (für Ein-
und Ausgang), sowie die Regler für die "Röhrenamps".
Die Pegelanpassung für den Eingang könnte meiner Meinung nach etwas
mehr Reserven in Richtung hohe Verstärkung (für Gitarren mit geringem
output) haben (was wohl auch bei den später entwickelten Combos
der Serie der Fall ist), die Ausgangsregelung ist absolut Praxisgerecht.
Einstellen lässt sich der Eingangsregeler mit Hilfe zweier LED's,
die die Aussteuerung hinreichend genau anzeigen.
Diese Regler sind "einfache Potis", und lassen sich je nach angeschlossenem
Equipment einstellen. Die gespeicherten Einstellungen der Programme
bleiben dadurch unberührt.
Die "eigentlichen" Regler umfassen die in de Zusammenfassung angegebene
Klangregelung mit zwei Mittenreglern, die allesamt nicht nur homöopathische
Regelbereiche abdecken. Dazu kommt ein Gain Regler und ein Master
Volume, so das sich die Bedienung zunächst genauso gestaltet, wie
an einem ganz normalen Röhrenpreamp.
Zusätzlich gibt es jedoch acht Knöpfe, die eine direkte Anwahl der
Ampsimulationen zulassen, sowie zwei Knöpfe um eines von 128-Speicherbaren
Programmen auszuwählen, ein Recall-Knopf zum Laden des Programms
und ein Store Knopf zum Speichern eines Programms.
Als letztes gibt es noch einen Midi Knopf um einige spezielle die
MIDI-Steuerung betreffende Eingaben zu machen.
Die Bedienung ist also sehr "straight forward" sozusagen kinderleicht.
Wird über recall (oder MIDI-Fussleiste) ein Programm aufgerufen,
so stellt der Amp sofort die gewünschte Ampsimulation, und die gespeicherten
Werte für Gain, Master-Volume und Klangregelung ein. Gleichzeitig
setzen sich die Motorpotis dieser Regler in Bewegung um die eingestellten
Positionen anzufahren. Wenn nun leichte oder starke Änderungen an
einem aufgerufenen Programm vorgenommen werden sollen, kann man
einfach die Regler betätigen, wie bei jedem klassischen Röhrenamp
auch.
Aber nun das wichtigste, der Klang: Es gibt zwei tendenziell stark
zerrende Kanäle (Lead), die halt high gain Sounds produzieren, das
tun sie allerdings sehr sauber und weder die Spieldynamik geht dabei
verloren, noch wird der Ton irgendwie vermatscht. Weiter gibt es
zwei etwas weniger "zerrige" Kanäle (drive), die bei zugezogenem
Volumepoti auch schon fast cleane Passagen erlauben. Je nach Einstellung
des Gainreglers natürlich mehr oder weniger. Die Charakteristika
der beiden Kanäle finde ich ungeheuer schwer zu beschreiben, nur
soviel: beide klingen irgendwie typisch "röhrig", der eine etwas
runder, der andere etwas rauher in der Charakteristik und insbesondere
reagieren sie (wie alle Algorithmen) sehr sauber auf die Anschlagdynamik
und Volume. Insbesondere gibt es keinen irgendwie künstlich wirkenden
Klang im nur leicht verrzerrten Bereich.
Nun dann kommen noch zwei "Chrunch"-Kanäle und zwei "Clean"-Kanäle.
Auch diese wirken unheimlich authentisch und.. aber ich wiederhole
mich.
Häufig wird der DG-1000 als ideales Teil für direkt ins Pult-Recording
gepriesen. Er hat zwar eine eingebaute Boxensimulation, aber die
taugt (IMHO) nicht viel. Zu erreichen ist sie übrigens durch gleichzeitiges
drücken der Midi-Taste, der Clean2-(oder so, hab das Teil grad nicht
hier..) und der UP/bzw.Down-Taste. Da diese aber auch gar nicht
dokumentiert ist, kann man das Yamaha nicht krummnehmen. Sehr gut
harmoniert er allerding zum "direkt ins Pult" mit der Red-Box von
Hughes & Kettner und in dieser Konfiguration wird er auch all den
(positiven) Vorurteilen gerecht, die ich bisher darüber gehört habe.
Als Endstufe zum DG-1000 habe ich bisher eine Engl 50/50 Röhrenendstufe,
ein 100W Laney-Topteil, sowie das Direktsignal (mit und ohne Redbox)
über ein Mackie-Pult in die Abhöhre vernommen. Natürlich haben alle
diese Endstufen einen eigenen Charakter, aber der DG-1000 hat sich
dabei mit allen Varianten vertragen. Allerdings sagte mir ein Mitareiter
vom PPC-Hannover, dass er an einigen Endstufen auch nicht so gut
klingen soll (was für mich allerdings in die Kategorie Höhrensagen
fällt).
Die Verarbeitung ist übrigens durchaus als sehr gut zu bezeichnen.
Der Preis unterliegt starken Schwankungen (unglaublich günstige
Sonderangebote standen als ich ihn kaufte einem unverschämt hohen
Listenpreis gegenüber) und ich weiss nicht sicher ob er heute noch
neu erhältlich ist.
Auf jeden Fall hat man mit dem DG-1000 einen unglaublich gut klingenden
Preamp, der darüber hinaus auch noch unverschämt flexibel einsetzbar
ist.
Zum Schluss noch einen Wehrmutstropfen (oder gerade das Gegenteil?)
der DG-1000 hat keinerlei eingebaute Effekte. Dass heist natürlich
einerseits, dass man alle Effekte extra kaufen muß, andererseits
steht somit die gesamte Rechenleistung für die wirklich guten Röhrensimulationen
zur Verfügung. Aus diesem Grund ziehe ich bei den Features mal ein
Pünktchen ab, auch wenn es dann so aussehen könnte als sei die Bedienbarkeit
nicht optimal, was sie definitiv ist. |
| Bewertung: |
| Stabilität/Zuverlässigkeit: |
10 / 10 |
| Sound: |
10 / 10 |
| Bedienbarkeit/Features: |
9 / 10 |
| Preis/Leistung: |
10 / 10 |
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| GESAMT: |
10 / 10 |
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