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Marleaux JB 4 ( (Deutschland, 2001)
Mehr Jazzbass als Fender...
Reviewer: Tobias Meyer
Website: http://www.marleaux-bass.com
Typ: Elektrisch Magnet-PUs (4saitig)
Preis: 1300 Euro (Gebraucht)
Korpus: Dibetou
Hardware: Schaller Stimm-Mechaniken, ETS Bridge, Nullbund mit Plastik-Saitenführung
Hals: Ahorn, Jazzbass-Profil, Long Scale
Griffbrett: Ahorn, Lackiert
Bundierung: 21 Jumbo-Frets Nullbund
Pickups: 2 vintage Singlecoil (passiv)
Elektronik: Vol (Push/Pull für Passiv/Aktiv), Pan, passive Höhneblende, Treble, Bass (aktiv)
Fazit:

Letztes Jahr bin ich durch mehr als 15 Musikgeschäfte gezogen, um mir einen richtig guten Jazzbass zu holen. Dabei habe ich die gängigsten Typen von Fender (Mexico, Marcus Miller, American Deluxe) und noch ein paar andere Marken durchprobiert und bin schließlich bei dieser Jazzbass-Kopie (oder Weiterentwicklung) von Marleaux gelandet.

Zur Ausstattung: Zu der Form des Basses gibt es nichts außergewöhnliches zu sagen, eben Jazzbass. Ein Schlagbrett gibt's nicht, ist aber auch gut so. Bemerkenswerter ist die Elektronik: Traditionell gibt's bei Jazzbässen ja zwei Volumen Potis, dieser hat aber nur einen und dazu einen Pan-Regler. Meines Erachtens ist das auch die bessere Wahl, da sich so Lautstärkeänderungen und auch die Balance genauer und einfacher dosieren lässt. Wie beim Original gibt's dazu noch eine passive Höhenblende. Zieht man den Lautstärke-Regler heraus, wird die Elektronik eingeschaltet: Die passive Höhenblende wird dabei umgangen, dafür leistet nun ein doppelstöckiger Treble-Bass-Poti seine Dienste.

Die Stimmmechaniken sind typische offene von Schaller, die Brücke ist von ETS mit 3-dimensional einstellbaren Saitenreitern. Für den Hals und das Griffbrett wurde Ahorn verwendet, der Korpus ist aus Dibetou. Standardmäßig sind daran zwei Schaller Security Locks.

Die Bespielbarkeit: der Bass hängt Jazzbass-typisch ausgewogen am Körper ohne die geringste Kopflastigkeit und das Gewicht ist sehr gut zu ertragen. Auch der Hals überzeugt mit seinem angenehm zu fühlenden Hochglanzlack und seinem flachen Profil. Jeder Jazzbass-Spieler wird von Deadspots ein Lied singen können, ich zum Glück nicht. Vom berüchtigten Deadspot im fünften Bund auf der G-Saite keine Spur, nur beim D auf der A-Saite fehlen ein paar Tiefbässe. Live wird man so etwas wohl kaum merken, auch mir fiel es erst nach einem dreiviertel Jahr auf, als ich im Studio war. Wirklich unglaublich ist aber die Lebendigkeit des Basses; jeder gespielte Ton kitzelt im Bauch, auch auf der G und D Saite kann man im zwölften Bund noch wunderbar Slappen und man spürt den Ton noch richtig an den Fingern. Hier konnte wirklich kein anderer Jazzbass, den ich gespielt habe, dem Marleaux das Wasser reichen!

Der Sound: die zwei Singlecoils erzeugen einen recht typischen Jazzbass-Sound mit warmen Bässen, knackigen Mitten und singenden Höhen. So Richtung Vintage-Fender-Jazzbass. Den Slapsound kann man mit guter Überzeugung als "Marcus Miller" beschreiben, mit dem aktiven EQ klingt es wirklich unglaublich nach dem Chef-Slapper. Von einem Jazzbass kann man natürlich keine Wunder erwarten, wie ein Preci oder ein Rickenbacker wird er nie klingen können, er kling eben einfach wie ein beinahe perfekter Jazzbass. Am Bassverstärker muss man kaum herumdrehen, schon bei flachem EQ ist der Sound sehr ausgewogen.

Negatives: Natürlich ist kein Bass perfekt... Wie gesagt hat mein Exemplar einen kleinen Deadspot am 5. Bund der A-Saite. Die Verarbeitung ist sehr gut, eine Stimmmechanik ist aber nicht 100%ig gerade in der Kopfplatte und die Bünde musste ich an den Seiten nachschleifen lassen, da sie etwas weit aus dem Griffbrett herausstanden, was nicht sehr Vorteilhaft für die Haut an den Fingern ist. Das Schleifen erledigten Gerald Marleaux und Tilman Antons (das Marleaux-Team) auf Kulanz, der Service ist wirklich super!

Bewertung: Die Bespielbarkeit ist wirklich perfekt. Der Sound ist so, wie ein Fender wohl klingen hätte sollen, ein Jazzbass ist aber nicht so vielfältig. Optik ist altbekannt, nichts außergewöhnliches. Preis/Leistung ist gut. Für einen Sadowsky oder anderen Ami-Edel-Jazzbass zahlt man viel mehr, andere Deutsche oder Europäische Hersteller kommen aber auch in diese Klasse.

Tobi Meyer

Bewertung:
Bespielbarkeit: 10 / 10
Sound: 8 / 10
Optik: 7 / 10
Preis/Leistung: 7 / 10

GESAMT: 8 / 10
 
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