SEQUENCING
Dieses Mal möchte ich Euch einen anderen Ansatz zeigen damit
Patterns musikalischer klingen. Und es ist übrigens die letzte
Lektion, die sich mit technischen Übungen befasst.
[... und
nebenbei eine gute Übung für's Notenlesen. d.S.]
Eine Sequenz ist einfach eine Serie von Leiter-Fragmenten basierend
auf einer festgelegten Zahl von Noten pro Abschnitt. Für diese
Übungen beginnt jedes Leiter-Fragment auf hintereinander folgenden
Noten der Leiter. Und wenn man dieses Konzept mit Intervallen oder
anderen musikalischen Bausteinen kombiniert, bekommt man ganz nette
Strukturen für fast jeden Bass-Stil.
Zum Beispiel können wir dies für je drei Noten einer
C-Dur-Leiter anwenden, Achtelnoten als Basis:
Ex. 1
Dieses wären '3er'-Sequenzen, was heißt: drei aufeinander
folgende Noten der Leiter sind das Fragment, die Sequenz. Und das
im Terz-Abstand angewendet oder auch auf der gleichen Startnote.
Würden wir dies mal als Intervall-Schema schreiben, sähe
es so aus:
Fig. 1
 
Dies Art von Übungen bietet sich hervorragend
als Kandidat für modale Fingersätze für die Dur-Leiter
an. Zu diesem Zweck benutzen wir einen Fingersatz mit drei Noten
pro Saite für die (hier) G-Dur-Leiter. Die '1' wäre dann
im dritten Bund der E-Saite:
Fig. 2

Genau wie andere Intervall-Übungen, mit denen wir früher
schon gearbeitet haben [siehe
auch Practice Book] praktiziere ich Sequenzen von 2ern
bis 7er. Immer dran denken: Du solltest Deine Greifhand immer in
der gleichen Lage halten, wie im obigen Bild, wenn Du Dich durch
ein Muster spielst. Wir versuchen immer alle Noten zu erreichen
ohne einen Lagenwechsel durchzuführen. Hier nun ein weiteres
Beispiel in G-Dur, sowohl absteigend als auch aufsteigend. Die Anordnung
der Leiterstufen folgt jeweils.
Ex. 2: 3er-Sequenzen
Leiterstufen:
aufsteigend: 1-2-2-3-3-4-4-5-5-6-6-7-7-8-8-9-9-10-10-11-11-12
absteigend: 12-11-11-10-10-9-9-8-8-7-7-6-6-5-5-4-4-3-3-2-2-1
Ex. 3: Noch mehr 3er-Sequenzen
 
Leiterstufen:
aufsteigend: 1-2-3-2-3-4-3-4-5-4-5-6-5-6-7-6-7-8-7-8-9-8-9-10-9-10-11-10-11-12
absteigend: 12-11-10-11-10-9-10-9-8-9-8-7-8-7-6-7-6-5-6-5-4-5-4-3-4-3-2-3-2-1
Ex. 4: 4er-Sequenzen
Leiterstufen:
aufsteigend: 1-2-3-4-2-3-4-5-3-4-5-6-4-5-6-7-5-6-7-8-6-7-8-9-7-8-9-10-8-9-10-11-9-10-11-12
absteigend: 12-11-10-9-11-10-9-8-10-9-8-7-9-8-7-6-8-7-6-5-7-6-5-4-6-5-4-3-5-4-3-2-4-3-2-1
Ex. 5: 5er-Sequenzen
[Weitere
MIDIs mache ich so nach und nach. d.S.]

Leiterstufen:
aufsteigend: 1-2-3-4-5-2-3-4-5-6-3-4-5-6-7-4-5-6-7-8-5-6-7-8-9-6-7-8-9-10-7-8-9-10-11-8-9-10-11-12
absteigend: 12-11-10-9-8-11-10-9-8-7-10-9-8-7-6-9-8-7-6-5-8-7-6-5-4-7-6-5-4-3-6-5-4-3-2-5-4-3-2-1
Ex. 6: Und die 6er ...

Leiterstufen:
aufsteigend: 1-2-3-4-5-6-2-3-4-5-6-7-3-4-5-6-7-8-4-5-6-7-8-9-5-6-7-8-9-10-6-7-8-9-10-11-7-8-9-10-11-12
absteigend: 12-11-10-9-8-7-11-10-9-8-7-6-10-9-8-7-6-5-9-8-7-6-5-4-8-7-6-5-4-3-7-6-5-4-3-2-6-5-4-3-2-1
Ex. 7: 7er-Sequenzen

Leiterstufen:
aufsteigend: 1-2-3-4-5-6-7-2-3-4-5-6-7-8-3-4-5-6-7-8-9-4-5-6-7-8-9-10-5-6-7-8-9-10-11-6-7-8-9-10-11-12
absteigend: 12-11-10-9-8-7-6-11-10-9-8-7-6-5-10-9-8-7-6-5-4-9-8-7-6-5-4-3-8-7-6-5-4-3-2-7-6-5-4-3-2-1
[d.S.: Für die
obige Sequenz sähe der Lagen-konstante Fingersatz dann so aus:]

Man kann gut sehen, dass diese Sequenzen, gemischt mit Intervallen,
eine Menge Möglichkeiten eröffnet. So kann man eine Intervall-Übung
mit Sequenzen kombinieren und sehr einzigartige Linien erzeugen.
Übrigens auch nicht vergessen mit einem externen Taktgeber
zu arbeiten, ob Metronom oder Drumcomputer, um Akkuratesse und Genauigkeiten
einzuhalten.
Übersetzt von Rainer Böttchers,
Juni 2004
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