Making Patterns Musical (Part I)
von Adam Nitti
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[Ich
habe mich nicht getraut, diesen
wunderschönen Titel einzudeutschen.
der Sätzer]
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Dieser aktuelle Beitrag aus meiner Serie
"Tiefere Einsichten" soll Euch die Möglichkeit
bieten, ein mehr melodie- orientierter Musiker zu werden,
und das einfach dadurch, dass Ihr die gewohnten Arten
des Tonleiter-Übens etwas abwandelt.
Früher oder später ist jeder
von uns mit den Tonleitern und ihren Fingersätzen
konfrontiert worden. Für wohl die meisten war es
zuerst die Dur-Tonleiter, die wir auf dem Bass gelernt
haben. Also mal zwei mögliche Fingersätze
dazu:
Und so sieht diese einoktavige C-Dur-Leiter
in Notation aus, aufsteigend und absteigend:
Wenn Ihr nun diese C-Dur-Leiter spielt,
so wie sie nach den Noten erscheint, werdet Ihr feststellen,
dass die Noten stramm, ordentlich und schrittartig aufeinanderfolgen.
Klingt genau wie eine Tonleiter-Übung, nicht wahr?
Soll es auch. Denn jede Tonleiter, aufsteigend und absteigend
gespielt, klingt von Natur aus sehr technisch. In anderen
Worten: eine Tonleiter ist wie ein Alphabet. Es sind
Basisbestandteile, die aber dann, miteinander in unterschiedlichster
Weise kombiniert, Wörter und ganze Ausdrücke
ergeben. Jede Note einer Tonleiter ist wie ein Buchstabe
aus einem Alphabet. Und ohne die Tonleitern könnten
wir nicht sinnvoll musikalisch kommunizieren. Und auch
sonst ist es so, je grösser unser Wortschatz ist,
desto genauer und besser können wir uns mitteilen.
Die Musiker mit dem umfassensten Vokabular sind die
einzigartigen und eingängigsten. Sie sind die,
die ihren ganz eigenen Stil entwickelt
haben, ihre Sprache, ihre Art zu formulieren. Und nach
all diesen Vorreden muss natürlich die Frage auftauchen:
Wie kann ich
Leitern und Leiter-Muster in einer Linie
verwenden, ohne dass es wie eine Fingerübung klingt???
Für die meisten unter uns gilt:
wie wir üben, so spielen wir auch im Echteinsatz.
Wenn wir zuhause durchgängig Tonleitern üben,
aufsteigend, absteigend wie oben gezeigt, bleiben wir
auch in unserem sonstigen Spiel bei dieser gewohnten
übungsmässigen Spielweise. Unsere Hände
folgen beinahe natürlich der Abfolge von Noten,
die dem Publikum die Worte 'Leiter-Übungen' entgegenschreien!
Um daraus auszubrechen, müssen wir unsere Hände
und unseren Geist dazu bringen, Dinge zu tun, die sie
eben so nicht gewohnt sind. Indem wir unsere Skalenübungen
in einer kreativeren und universelleren Weise angehen,
vergrössern wir auch unser musikalisches Vokabular
und werden spontaner ... und um dies zu entwickeln,
müssen wir (Ihr habt es Euch wahrscheinlich schon
gedacht) neue Muster lernen.
Jede der nun folgenden Übungen kann mit jeder Leiter
und jedem Arpeggio benutzt werden. Sie sind in zwei
Kategorien untergebracht: Übungen über Sequenzen,
und Übungen über Intervalle.
Für jede der Übungen verwenden wir einen Fingersatz
mit drei Noten pro Saite, und zwar mit diesen Fingersätzen:
Wir beginnen mit diesem Muster auf dem tiefsten
C auf der tiefsten Saite unseres Basses, so dass wir
genur Raum für die einzelnen Muster haben. Zum
Beispiel:
| Für den Viersaiter: |
8. Bund der E-Saite |
| Für den Fünfsaiter: |
1. Bund der B-Saite |
| Für den Sechssaiter: |
1. Bund der B-Saite |
Sequenzen-Übungen
Eine Sequenz ist einfach eine vordefinierte Abfolge
von Noten einer Leiter. Zum Beispiel für eine einoktavige
Dur-Leiter repräsentieren die Zahlen 1 ... 7 die
sieben Stufen der Leiter. So sähe eine aufsteigende
Sequenz von Vierern so aus:
Vierer-Sequenzen:
1-2-3-4, 2-3-4-5, 3-4-5-6, 4-5-6-7, etc.
(Die Kommata trennen jede Sequenz von
vier Noten, die nacheinander gespielt werden.)
Im Notensystem, auf einer C-Dur-Leiter
aufbauend, sähe das Muster dann so aus:

Sequentielle Methoden sind sehr melodisch
und zyklisch, und ihr durchgängiger Klang resultiert
aus dem geringen Abstand der Noten untereinander. Jaco
Pastorius verwendete sehr konsistent sequentielle Ansätze
auf pentatonischen und modalen Skalen in seinen Solos.
Hier ist noch ein Besipiel, diemal mit Dreier-Sequenzen:
Dreier-Sequenzen:
1-2-3, 2-3-4, 3-4-5, 4-5-6, 5-6-7, etc.
Hier noch mal das Gleiche, wiederum in
Standard-Notation auf C-Dur:
 
Die Ansatz mit Sequenzen gibt uns folgende Liste an
Übungen:
| Sequenzart
|
Aufsteigend
|
| Zweier |
1-2, 2-3, 3-4, 4-5, 5-6, 6-7, 7-8, 8-9, 10-11,
11-12 etc. |
| Dreier |
1-2-3, 2-3-4, 3-4-5, 4-5-6, 5-6-7, 6-7-8,
7-8-9, 8-9-10,
9-10-11, 10-11-12 etc. |
| Vierer |
1-2-3-4, 2-3-4-5, 3-4-5-6, 4-5-6-7, 5-6-7-8,
6-7-8-9,
7-8-9-10, 8-9-10-11, 9-10-11-12 etc. |
| Fünfer |
1-2-3-4-5, 2-3-4-5-6, 3-4-5-6-7, 4-5-6-7-8,
5-6-7-8-9,
6-7-8-9-10, 7-8-9-10-11, 8-9-10-11-12 etc. |
| Sechser |
1-2-3-4-5-6, 2-3-4-5-6-7, 3-4-5-6-7-8, 4-5-6-7-8-9,
5-6-7-8-9-10, 6-7-8-9-10-11, 7-8-9-10-11-12 etc. |
| Siebener |
1-2-3-4-5-6-7, 2-3-4-5-6-7-8, 3-4-5-6-7-8-9,
4-5-6-7-8-9-10,
5-6-7-8-9-10-11, 6-7-8-9-10-11-12 etc. |
|
Für
die absteigenden Sequenzen fängt man einfach
auf der höchsten Note an und geht abwärts
... |
Intervall-Übungen
Intervall-Übungen, wie der Name schon
sagt, basieren auf Intervallen. Ein Intervall ist der
Abstand zwischen zwei Noten. Diese Übungen verwenden
ein vorbestimmtes Intervall und wenden es für jede
Note der Leiter an, in der Reihenfolge der Stufen der
Leiter.
Als Beispiel hier ein aufsteigendes Muster
für Terzen:
Terz-Intervalle:
1-3, 2-4, 3-5, 4-6, 5-7, etc.
(Die Kommata trennen jedes Terzintervall,
das gespielt wird.)
Das nun wieder in Standard-Notation für
C-Dur:

Noch einmal ein Beispiel mit Quinten:
Quint-Intervalle:
1-5, 2-6, 3-7 etc.
Und noch mal ...

Intervall-Übungen stellen einen etwas
'offeneren' Sound zur Verfügung als die Skalen-Sequenzen,
dadurch, dass sie grössere Abstände zwischen
den Noten verwenden. Obwohl weniger konsistent, helfen
sie doch einigen musikalischen Ideen auf die Sprünge.
Und somit ergeben sich folgende Übungen:
| Intervallart
|
Aufsteigend
|
| Sekunden |
wie die Zweier-Sequenzen |
| Terzen |
1-3, 2-4, 3-5, 4-6, 5-7, 6-8, 7-9, 8-10,
9-11, 10-12 etc. |
| Quarten |
1-4, 2-5, 3-6, 4-7, 5-8, 6-9, 7-10, 8-11,
9-12, 10-13 etc. |
| Quinten |
1-5, 2-6, 3-7, 4-8, 5-9, 6-10, 7-11, 8-12
etc. |
| Sexten |
1-6, 2-7, 3-8, 4-9, 5-10, 6-11, 7-12 etc. |
| Septimen |
1-7, 2-8, 3-9, 4-10, 5-11, 6-12 etc. |
|
Für
die absteigenden Übungen fängt man auf
der höchsten
Note an und geht abwärts ... |
Versucht, diese Sachen in Euren Übungsablauf einzuarbeiten
und Ihr werdet bestimmt auf einige nette Ideen kommen,
die in der Improvisation Gestalt annehmen. Wenn Ihr
die ersten Übungen gemeistert habt, könnt
Ihr diese Ansätze mischen. Aus diesen hybriden
Methoden, dem Mischen von Skalen, Intervallen und Sequenzen,
könnt Ihr hervorragende musikalische Ideen entwickeln.
Über mehr davon reden wir dann in Teil 2 dieser
kleinen Serie.
Bis zum nächsten Mal, viel Spass und immer fleissig
üben!!!
Übersetzt
von Rainer Böttchers, Januar 1999
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