Braucht man Musik-Theorie?
Wenn Ihr damit Dinge wie Akkord-Substitution, Skalen-Theorie und Funktions-Harmonik
meint: nein, braucht man nicht. Man kann auch ohne, sehr gut sogar.
Wenn Ihr aber damit Intervall-Namen, Akkorde und die Grund-Skalen meint:
wie wollt Ihr mit anderen Musiker kommunizieren? Sich Bundpositionen
und Saiten-Namen zuzurufen, kann auch eine Methode sein, auf Dauer aber
eher unbefriedigend und einschränkend. Ganz zu schweigen davon,
falls Ihr tatsächlich mal mit Musikern zusammen spielen wollt,
die ihr Instrument von Grund auf und ernsthaft erlernt haben. Auch ist
es nicht schwierig, einige Standards herunter zu schrammeln und sich
mit Hilfskonstruktionen wie 3. Bund A-Saite, 5. Bund D-Saite durch zu
mogeln. Aber schon im ProgRock, vom Jazz ganz zu schweigen, kommt man
ohne einen Anteil Theorie nicht durch, weil die harmonischen Aspekte
mit Eselsbrücken nicht dauerhaft begreiflich sind.
Musik-Theorie ist keine Beschäftigung um ihrer selbst willen.
Wie in der Mathematik oder Physik schaftt die Theorie ein Denk- und
Erinnerungsfeld, mit dem Abläufe aus einem Regelwerk heraus verständlich
sind. Und sobald verstanden, auch reproduzierbar und leichter einzuprägen.
Wenn ich von einer ii-V-I-Kadenz in Dur spreche und die Akkorde und
Modes innerlich vor Augen habe, ist ein Nachdenken kaum notwendig, ich
weiss, wovon die Rede ist, ich brauche nicht Bünde abzuzählen.
Was ist nun das unumgängliche Theorie-Gerüst?
- Intervall-Namen und Lage auf dem Griffbrett.
- Notennamen und Lage auf dem Griffbrett.
- Natürlich-Dur und Natürlich-Moll.
- Stufen-Akkorde Natürlich-Dur und Natürlich-Moll bis zu
den Sept-Akkorden.
- Rhythmik: 3/4, 4/4, Achtel-Triolen, Pausen, Synkopieren, Off-Beat.
Das reicht schon als Theorie-Gerüst aus, kostet eine Stunde Lesen
und ein paar Stunden Üben. Macht aber schon erheblich sicherer.
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