Bass Collection FAQ


Braucht man Musik-Theorie?

Wenn Ihr damit Dinge wie Akkord-Substitution, Skalen-Theorie und Funktions-Harmonik meint: nein, braucht man nicht. Man kann auch ohne, sehr gut sogar.

Wenn Ihr aber damit Intervall-Namen, Akkorde und die Grund-Skalen meint: wie wollt Ihr mit anderen Musiker kommunizieren? Sich Bundpositionen und Saiten-Namen zuzurufen, kann auch eine Methode sein, auf Dauer aber eher unbefriedigend und einschränkend. Ganz zu schweigen davon, falls Ihr tatsächlich mal mit Musikern zusammen spielen wollt, die ihr Instrument von Grund auf und ernsthaft erlernt haben. Auch ist es nicht schwierig, einige Standards herunter zu schrammeln und sich mit Hilfskonstruktionen wie 3. Bund A-Saite, 5. Bund D-Saite durch zu mogeln. Aber schon im ProgRock, vom Jazz ganz zu schweigen, kommt man ohne einen Anteil Theorie nicht durch, weil die harmonischen Aspekte mit Eselsbrücken nicht dauerhaft begreiflich sind.

Musik-Theorie ist keine Beschäftigung um ihrer selbst willen. Wie in der Mathematik oder Physik schaftt die Theorie ein Denk- und Erinnerungsfeld, mit dem Abläufe aus einem Regelwerk heraus verständlich sind. Und sobald verstanden, auch reproduzierbar und leichter einzuprägen. Wenn ich von einer ii-V-I-Kadenz in Dur spreche und die Akkorde und Modes innerlich vor Augen habe, ist ein Nachdenken kaum notwendig, ich weiss, wovon die Rede ist, ich brauche nicht Bünde abzuzählen.

Was ist nun das unumgängliche Theorie-Gerüst?

  1. Intervall-Namen und Lage auf dem Griffbrett.
  2. Notennamen und Lage auf dem Griffbrett.
  3. Natürlich-Dur und Natürlich-Moll.
  4. Stufen-Akkorde Natürlich-Dur und Natürlich-Moll bis zu den Sept-Akkorden.
  5. Rhythmik: 3/4, 4/4, Achtel-Triolen, Pausen, Synkopieren, Off-Beat.

Das reicht schon als Theorie-Gerüst aus, kostet eine Stunde Lesen und ein paar Stunden Üben. Macht aber schon erheblich sicherer.

 
©Rainer Böttchers, 1998-2006      Impressum/Credits & Maintainer