Was ist denn eigentlich der Unterschied zwischen Compressor und
Limiter?
In der Hauptsache der Verlauf der Regelkurve sowie das dynamische
Verhalten. Fangen wir mit der einfacheren Fuinktion an, mit dem
Limiter.
Limiter
Der macht genau das, was sein Name sagt. Überschreitet das
Eingangssignal einen vorgegebenen Wert, wird jede weitere Erhöhung
des Pegels einfach und brutal begrenzt, nämlich auf eben diesen
vorgegebenen Wert. Daher hat ein Limiter auch nur einen einzigen
Knopp zum Einstellen, den für die Höhe des Limits. Und
es wird alles beschnitten, gleichbleibende Pegel beim Schwingen
der Saite und auch Peaks beim Anschlag oder beim Slap.
Compressor
Ein Compressor arbeitet auf den ersten Blick ganz ähnlich,
wird der vorgesehene Grenzwert erreicht, wird der Ausgangspegel
für weitere Zunahme des Eingangspegels reduziert. Allerdings
kann das der Compressor in dynamischer Form. Mit drei Knöppen.
Der Regler Ratio bestimmt, wie das Verhältnis
von Eingangs- zu Ausgangspegel ab dem Einsatzpegel (Threshold)
verändert wird. Ist z.B. eine Ratio von 4:1 eingestellt, so
wirken sich weitere Eingangspegel-Erhöhungen jenseits des Thresholds
nur zu 25% auf den Ausgang aus. Das Signal wird komprimiert, aber
stärkerer Anschlag oder höherer Eingangspegel werden noch
zu einem Teil an den Ausgang weitergegeben. Der Übergang zwischen
Nicht-Regeln und Regeln ist auch nicht ein Knick wie beim Limiter,
sondern verläuft weicher, etwas abgerundet (soft knee
beim Compressor, hard knee beim Limiter). Studio-Systeme
können auch zwischen soft knee und hard knee umgeschaltet werden,
weil für Instrumente soft knee besser ist, für Stimmen
aber hard knee, wegen Pop-Lauten beim Sprechen und Singen.
Der dritte Knopp ist Attack. Ändert sich der
Eingangspegel sprunghaft, wie es beim Anschlagen der Saite passiert,
lässt der Compressor für ein kleines Zeitfenster diesen
Pegelsprung erst einmal ungeregelt zu. Erst nach Ablauf des Zeitfensters
(z.B. 80ms) setzt der Compressor mit seiner Regelung ein, begrenzt
das Signal und regelt es zurück. Die Dynamik des Anschlages
bleibt daher erhalten und weicher und harter Anschlag der Saite
klingen weiterhin hörbar durch. Während der Limiter alles
abschneidet.
Somit klingt ein Compressor wesentlich musikalischer und dynamischer
als ein Limiter, denn er lässt spieltechnische Aspekte des
Anschlages und der Dynamik weiterhin zu einem Teil durch.
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